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Kurzbericht über unsere öffentliche  Info-Veranstaltung  „Zukunftsforum Soonwald“  vom 09.10.2010 in der Kulturscheune in Gemünden

Unserer Einladung waren ca. 50 Personen gefolgt, darunter allerdings nur wenige Gemündener Bürger und nur ein Gemeinderatsmitglied, außerhalb der Wählergruppe Jung.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßt Herr Hans- Robert Jung, als 1. Vor-sitzender des Vereins Bürger für Gemünden e. V., die Anwesenden, im Einzelnen die Referenten Frau Braun( Kreistagsmitglied Bündnis90/Die Grünen), Frau Kirscher (Initiative Soonwald), Frau Meinhard (Naheland-Touristik), Herrn Staege (Initiative Soonwald), Herrn Fischer (NABU Rhein-Hunsrück) und Herr Pfrengle von der Presse (Allgemeine Zeitung). Er erklärt, warum es zu dieser Veranstaltung gekommen ist, nämlich dass Gemünden die Chancen nutzen sollte, die ein Naturpark mit Kernzonenausweisung langfristig aus seiner Sicht biete und dies wahrscheinlich die vorerst letzte Gelegenheit sei, die Zukunft Gemündens auf lange Sicht positiv zu gestalten. Daher wolle man die Bürger informieren, da man sich ja bereits im Gemeinderat mehrheitlich gegen eine Kernzone, die die Gemündener Höhe einschließt, ausgesprochen hat. Ein Arbeitskreis, bestehend aus den Vereinsmitgliedern Jürgen Reichl, Achim Mohr und Hans-Dieter Buch, habe die Veranstaltung vorbereitet, Referenten gefunden, Presse und Kommunalpolitiker, sowie Bürgermeister der umliegenden Gemeinden eingeladen. Er stellte mit Bedauern fest, dass kein  Bürgermeister unserer Einladung gefolgt war. Abgesagt hatte nur Bürgermeister H. Rosenbaum, der wegen einer Terminüberschneidung nicht an dieser Veranstaltung teilnehmen könne uns aber gutes Gelingen wünsche.

Jürgen Reichl führt dann weiter durchs Programm  und beginnt mit seiner  Präsentation zum Thema Naturpark Soonwald-Nahe. Als erster Referent erklärt Herr Staege das Zustandekommen des Naturparks Soonwald-Nahe. Er stellt die Einzigartigkeit dieses Gebiets in Fauna, Flora und Landschaftsbild heraus. Es werden Fragen beantwortet, was in Kernzonen möglich ist. Der Grundgedanke dabei sei der Natur- und Landschaftsschutz mit dem Effekt für den Menschen der Erholung in der Stille, was in der heutigen industrialisierten Zeit, geprägt durch Hektik und Stress, einem immer wichtigeren Stellenwert bekäme. Kernzonen seien keine Tabugebiete für den Menschen. Sie stünden nur unter einem besonderen Schutz, könnten natürlich aber auch weiterhin betreten und forstwirtschaftlich, gemäß bestimmten Regularien, genutzt werden. Danach folgt zur Verdeutlichung, die mit Klangeffekten untermalte Präsentation, der Grenzen des Naturparks Soonwald-Nahe, mit den geplanten Kernzonen, der Lage der derzeit sieben aktiv betriebenen Steinbrüchen im Bereich des Naturparks und des  geplanten Steinbruchs auf der Gemündener Höhe sowie das Wildkatzengebiet.

Frau Braun, als nächste Sprecherin, lobt die Anstrengungen von Bürger für Gemünden,  die Gemeindepolitik transparent zu machen. Bürger müssten informiert werden und Öffentlichkeit hergestellt werden. Frau Braun spricht sich für zusammenhängende Kernzonen aus, die Windanlagen und auch Steinbrüche nicht zulassen. Zum Steinbruchprojekt auf der Gemündener Höhe sagt sie, dass dieses Projekt aufgrund eines Wassergutachtens, das die Verbandsgemeinde erstellen  lassen hat, nicht Zustande käme.

Nun folgt eine Kurzvorstellung des Projekts Baumwipfelpfad durch            Achim Mohr. Aufgrund eines Ideenwettbewerbs der IHK und des Holzcluster wurde der Standort Gemünden für einen potentiellen Baumwipfelpfad mit Start beim jetzigen Hotel Koppenstein und Ziel Ruine Koppenstein ausgewählt. Dazu gab es bereits eine Projektvorstellung bei der IHK Koblenz. Ein Bild des Siegerentwurfs von Prof. Hoffmann wird gezeigt. Eine Projektpräsentation plant die Gemeinde für November. Dieser soll an dieser Stelle nicht vorgegriffen werden. Es gehe darum, diese Möglichkeit Baumwipfelpfad in Sachen Ausbau des Tourismus in Gemünden kurz vorzustellen, da etliche Arbeitsplätze dadurch geschaffen würden und ein Baumwipfelpfad Geld in die Gemeindekassen bringt. Allerdings Baumwipfelpfad und Steinbruch gingen nicht zusammen.

Frau Meinhard von der Naheland-Touristik präsentiert in eindrucksvoller Weise Zahlen, Daten und Fakten wie sich der Tourismus in der Region Hunsrück – Nahe in den letzten Jahren entwickelt hat. Ein positiver Trend ist zu verzeichnen - gerade im Zusammenhang mit den neuen Premiumwanderwegen und dem Flughafen Hahn. Wertschöpfung erfolgt aber nicht nur durch Urlauber, sondern auch in besonderem Maße durch Tagestouristen, die nicht unerheblich Geld in der Region lassen. Frau Meinhard kritisiert aber, dass besonders in der Region Hunsrück Wanderwege allein nicht viel nützen. Die Leute wollten auch Einkehrmöglichkeiten, wo sie sich nach der Wanderung stärken können. Die Touristen müssten die Möglichkeit haben zu konsumieren und ihr Geld auszugeben. Hier gäbe es im Hunsrück noch Nachholbedarf.

Frau Kirschner schließt an die Ausführungen von Frau Meinhard an. Gemünden habe ein großes Potential für eine touristische Entwicklung. Die Besonderheiten wie zum Beispiel die einzigartigen Versteinerungen, die es  nur in Gemünden gibt, der Ortskern mit seiner Geschichte sowie auch die landschaftliche Schönheit würden zu wenig genutzt. Sie verweist auf die touristische Entwicklung Herrsteins.  Ihrer Meinung ist eine Entwicklung wie von Herrstein langfristig auch durchaus für Gemünden denkbar.

Als letzter Referent tritt Herr Fischer vom NABU Rhein-Hunsrück an. Seine Präsentation zeigt die Vielfalt der hiesigen vor allem Vogelarten, die aber immer mehr bedroht würden. Insbesondere kritisiert Herr Fischer die Errichtung von Windenergieanlagen in Waldgebieten. Diese stellten eine große Gefahr nicht nur für Vögel dar. Er zeigt Beispiele von Windenergieanlagen, die im Wald aufgestellt wurden und weist darauf hin, dass dafür große Waldflächen für die Anlagen und Zuwegung gerodet und verdichtet werden mit negativen Folgen für den Wald und die Tierwelt. Grundsätzlich sei man nicht gegen Windenergie, allerdings sollte auch die Auswirkung auf die Natur und nicht nur das Geld maßgeblich für die Standortwahl sein. Seiner Meinung nach muss Tourismus und Naturschutz nicht widersprüchlich sein. Er zeigt Beispiele für Natururlaub zum Thema Birdwatching, wo ein großer Zuwachs zu verzeichnen sei. Eine solche Art von Tourismus kann sich Herr Fischer auch im Bereich Soonwald gut vorstellen. Allein durch die Einbeziehung der vielen NABU-Gruppen in Hessen und im Saarland sieht Herr Fischer großes Potential für unsere Region.

Resümee ist, dass die unterschiedlichen Gruppen vermehrt zusammenarbeiten sollten.

Die anschließende Diskussion ist durch dasThema Windenergie geprägt.

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